10. Themenblock
Zeitraum: 03. bis 07.04.2006 und 24.04. bis 28.04.2006
Thema: Ein kleines ABC der Höflichkeit
Lerninhalte:
1. Achtung Handy-Alarm! 11 goldene Regeln
2. Entschuldige bitte ... – Freundlichkeit entscheidet
3. Tischsitten – eine Frage des guten Geschmacks
4. Kaugummis – gut geschmatzt ist halb verstanden
5. Hygiene – eine Selbstverständlichkeit?
6. Knigge für Bus, Tram und Bahn
7. Pünktlich sein
8. Türen aufhalten – noch zeitgemäß?
9. Verstehst du mich? Die Kunst des Zuhörens
1. Achtung Handy-Alarm! 11 goldene Regeln
Mit einem Handy bist du fast überall erreichbar und kannst jeden jederzeit anrufen. Das ist wichtig, wenn du dich spontan verabreden willst, dich verspätest oder eine Fahrradpanne hast. Handys sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.
Allerdings fühlen sich viele durch ständiges Handyklingeln, laute Gespräche und ungewolltes Mithören „genervt“ und belästigt – kennst du das auch? Damit das Telefonieren mit Handy auch weiterhin Spaß macht, haben wir für dich einige Tipps:
Freund oder Handy?
Triffst du dich mit einer Freundin oder einem Freund – zum Beispiel in einer Eisdiele – solltest du das Handy ausschalten. Ansonsten fühlt sich dein Gegenüber schnell vernachlässigt. Stecke dein Handy in die Tasche. Du signalisierst deinem Begleiter: das Gespräch mit dir ist mir jetzt wichtiger.
Handyfreie Zone
Klassenzimmer, Museum, Kino, Theater und Kirche sind handyfreie Zonen. Überall wo das Telefonieren die Konzentration, Ruhe oder Entspannung deiner Mitmenschen stört, sind hörbare Anrufsignale oder das Mithören von Gesprächen zu vermeiden.
Über die Mailbox erfährst du jederzeit, wann sich Freunde und Freundinnen gemeldet haben. Musst du aus dringenden Gründen einmal telefonieren, nutze zum Beispiel die Schulpause oder verlasse kurzzeitig den Ausstellungsraum in einem Museum.
Handy-Nummern sind Vertrauenssache
Handy-Nummern stehen in der Regel nicht im Telefonbuch. Sie sind unbekannt und werden im Vertrauen weitergegeben. Bitte beachte:
· Gebe deine Handynummer nur an Leute weiter, die du gut kennst.
· Frage andere nicht nach ihrer Handynummer, sondern warte ab, bis du sie bekommst.
· Gebe eine fremde Handynummer nur mit Einverständnis des Besitzers weiter.
Elf goldene Regeln für den Handy-Gebrauch
1. Erhältst du einen Anruf oder musst du jemanden anrufen, entschuldige dich bei den Umstehenden und entferne dich etwas von ihnen. So können sich die anderen ungestört weiter unterhalten.
2. Erhältst du einen Anruf, melde dich am Handy mit „Ja bitte“, „Hallo“ oder am besten mit deinem Vor- und Nachnamen.
3. Wenn du einen Anruf bekommst, fasse dich bitte kurz. Das gilt auch für den Text auf deiner Mobilbox. Das ist höflicher, denn der Anrufer spart Telefonkosten – Handygespräche sind in der Regel teurer als Festnetzgespräche.
4. Spreche in einer angemessenen Lautstärke.
5. Rufe nur zu einer passenden Uhrzeit an. Frage nach, ob der Angerufene gerade
frei sprechen kann oder ob du später noch mal anrufen sollst.
6. Fasse dich auch bei deinen eigenen Anrufen kurz und teile nur die wichtigsten Informationen mit – so sparst du Telefongebühren.
7. Wann immer möglich: Stelle vom Klingelton auf Vibrieren um, das ist leiser.
8. Handystrahlung kann gesundheitsschädlich sein. Schalte dein Handy deswegen so oft wie möglich aus und telefoniere mehr über das Festnetz.
9. Ob Bus, Tram oder Bahn – telefoniere in öffentlichen Verkehrsmitteln möglichst
selten. Mitreisende fühlen sich sonst schnell gestört.
10. Wenn dein Telefonat beendet ist, schalte die Tastatursperre ein. Du vermeidest, dass du aus Versehen eine Kurzwahltaste betätigst.
11. Aus Sicherheitsgründen: Schalte in einem Flugzeug dein Handy immer ab.
Vielen Dank für dein Engagement und viel Spaß beim Telefonieren!
Tipp: Ein Handy mit Prepaid-Karte bietet dir eine größere Kontrolle über die tatsächlich verbrauchten Telefongebühren.
2. Entschuldige bitte ... – Freundlichkeit entscheidet
Das kann man gar nicht zu oft sagen. Falls man jemandem versehentlich auf den Fuß getreten oder ihm einfach etwas zu nahe gekommen ist, entschuldigt man sich.
Ein freundliches "Das habe ich nicht gewollt, entschuldige bitte" wirkt oft Wunder.
3. Tischsitten – eine Frage des guten Geschmacks
Korrekte Haltung
Aufrecht sitzen, die ganze Sitzfläche des Stuhls belegen und nicht auf dem Rand balancieren, die Beine aufstellen und nicht übereinander schlagen, die Ellbogen nicht aufstützen, sondern körpernah halten;
Hände bis zum Handgelenk auf den Tisch – es ist verboten, die Unterarme aufzulegen. Der Brauch, die Hände nicht auf den Schoß zu legen, stammt angeblich aus Zeiten, als der Gastgeber Angst um sein Silberbesteck haben musste, wenn die Hände nicht zu sehen waren.
Besteck wird zum Mund geführt und nicht umgekehrt – dies gilt als ungesittet.
Nach dem Essen ist es heute möglich, hinter vorgehaltener Hand einen Zahnstocher zu benutzen. Damen dürfen am Tisch diskret die Lippen nachziehen oder die Nase pudern. Lässt sich ein Husten oder Naseputzen nicht aufschieben, wendet man sich vom Tisch ab und macht möglichst keine Geräusche dabei.
Do’s and dont’s
1. Hände waschen vor der Mahlzeit, das ist wirklich selbstverständlich.
2. Parfum bzw. Rasierwasser: zuviel davon stört das Aroma der Speisen.
3. Essen, was auf den Tisch kommt – ist man eingeladen, gilt diese Regel.
Inzwischen darf man allerdings auch dezent selbstbewusst auf bestimmten Vorlieben bestehen, zum Beispiel, wenn du Vegetarier bist. Taktvoller ist es allerdings, den
Gastgeber bereits bei der Einladung darüber zu informieren. Ansonsten sollte
man nichts ablehnen, was aufgetischt wird.
4. Kaugummis – gut geschmatzt ist halb verstanden
Kaugummikauen ist in der Schule verboten.
Für außerhalb gilt: mit geschlossenem Mund und geräuschlos kauen.
Blasen sind tabu.
Nach dem Kauen gehören Kaugummis keinenfalls einfach auf den Boden gespuckt. Jeder, der schon einmal in einen Kaugummi getreten ist oder auf seinem Stuhl oder unter der Schulbank hineingegriffen hat, weiß wie ekelhaft das ist.
Eigentlich sollte es kein Problem darstellen, sich des Kaugummis in der geforderten Weise zu entledigen: Die meisten Streifen sind einzeln extra in eine Extrapapier verpackt, das man in der Tasche so lange aufheben kann, bis man den Kaugummi wieder loswerden möchte. Ansonsten findet sich überall eine Ecke von einem Papiertaschentuch oder Zeitungspapier. Allerdings gehört er, auch eingewickelt, nicht in Aschenbecher oder auf Unterteller! Deshalb: Kaugummis gehören in ein Stück Papier eingewickelt und in den Abfalleimer geworfen.
Übrigens: Hast du gewusst, dass das Ausspucken von Kaugummis in Singapur mit empfindlichen Geldstrafen geahndet wird?
5. Hygiene – eine Selbstverständlichkeit?
Auch ein gepflegtes Äußeres gehört zum guten Benehmen. Das drei Tage alte T-Shirt gehört lieber in die Wäsche als noch einmal angezogen. Regelmäßiges duschen oder waschen tragen zu einem gepflegten Auftritt bei. Wer will schon gerne in der Schule neben einem Banknachbarn sitzen, der riecht wie ein alter Käse? Übertreiben sollte man aber nicht. Zu viel Parfum oder Rasierwasser wirkt immer aufdringlich.
6. Knigge für Bus, Tram und Bahn
An den meisten Schulen gibt es Schüler, die Schulbusse oder öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Klar, dass jeder nach Unterrichtsende schnellstmöglich nach Hause möchte. Dennoch gilt es ein paar wichtige Regeln zu beachten, um den Schulweg für alle sicher zu machen:
Wenn ihr zum Bus geht, braucht keiner zu rennen – der Busfahrer wartet auf alle Schüler!
Bis der Bus angekommen ist, wird hinter der Absperrung / auf dem Gehweg (je nach örtlichen Gegebenheiten) gewartet!
Sollten andere Personen an eurer Haltestelle aussteigen wollen, haben diesen natürlich den Vortritt!
Zügiges Einsteigen, ohne Gerangel und Gedränge geht am schnellsten. Achtet auch auf jüngere Schüler – sie haben genau wir ihr auch auf diesen Bus gewartet!
Ohne Drängeln geht alles besser und der Busfahrer kann pünktlich starten!
Auch der Busfahrer freut sich über ein höfliches „Grüß Gott“
Nach euch kommen vielleicht noch andere Schüler, die den gleichen Bus benutzen möchten. Macht Platz und rutscht nach hinten durch!
Ruhiges Verhalten im Bus ist doch selbstverständlich: Klar, dass du deinem Nachbarn unbedingt von deinem Schultag erzählen möchtest, aber nicht jeden interessiert die Geschichte, die heute auf dem Pausenhof passiert ist!
Steigen ältere Menschen, Kranke oder Schwangere ein, zeugt es von gutem Benehmen, ihnen deinen Platz anzubieten!
7. Pünktlich sein
Nicht nur im internationalen Geschäftsleben, sondern auch im privaten Bereich ist Pünktlichkeit ein Gradmesser für den Respekt, den man seinem Gegenüber zollt.
Zeit ist ein knappes Gut und der andere hat davon ebenso wenig wie man selbst. Lässt man jemanden warten, sagt man ihm damit indirekt, dass man ihn nicht so wichtig nimmt. Wenn man absehen kann, dass eine Verspätung unvermeidbar ist ruft man am besten kurz an und sagt bescheid. So hat der Wartende Zeit und Gelegenheit, sich auf die Situation einzustellen und ggfs. noch etwas zu erledigen. Grundsätzlich gilt: Bei Verspätungen entschuldigt man sich!
1. Zu einem privaten Abendessen kommt man möglichst pünktlich, aber auf keinen Fall früher.
2. Zu offiziellen Terminen, z. B. zu einem Vorstellungstermin, erscheint man ebenfalls auf die Minute pünktlich.
3. Mehr als fünf Minuten Verspätung sind bei weder bei geschäftlichen noch privaten Terminen akzeptabel.
4. Verspätet man sich, ruft man bei Anlässen jeder Art rechtzeitig an – wozu sonst haben wir alle ein Handy?
8. Türen aufhalten – noch zeitgemäß?
Viele sind heutzutage der Meinung, eine Frau könne sich die Tür selbst öffnen. Natürlich kann sie das - aber ein Gentleman hält ihr dennoch die Tür auf. In der Schule sollten Schüler sich gegenseitig die Tür aufhalten und auch Lehrern, vor allem, wenn diese keine Hand frei haben.
9. Verstehst du mich? Die Kunst des Zuhörens
Gutes Zuhören will gelernt sein. Man soll zum Gesprächspartner Blickkontakt halten, ohne ihn durch Anstarren zu verunsichern. Beschäftige dich nicht anderweitig. Zeige durch gelegentliches Nicken oder ein kurzes Ja dein Interesse.
Lasse deinen Gegenüber ausreden, bevor du etwas erwiderst. Gehe auf die Dinge ein, die dein Gesprächspartner anspricht und sag ihm , was du darüber denkst.
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